Fahrtechnik Grundlagen

Die drei Fahrzustände beim Foilsurfen

Beim Foilsurfen gibt es genau wie beim Windsurfen unterschiedliche Fahrzustände. Ziel ist das Board aus der Verdrängerfahrt zum Hovern zu bringen.

Verdrängerfahrt
Wie beim Windsurfen bewegt man sich bei langsamer Geschwindigkeit in Verdrängerfahrt durchs Wasser. Das Board verhält sich auch mit einem Foil unterm Heck wie ein normales Windsurfboard. Aufgrund der 'Finnengröße' ist es nicht ganz so drehfreudig, erhält durch den Tiefgang aber eine etwas stabilere Wasserlage (Kippstabilität) und bessere Eigenschaften beim Höhelaufen. Basismanöver wie Schotstart und Richtungswechsel (Wende/Halse) lassen sich wie auf einem Windsurfer ausführen.

Windsurf Foilboard in Verdrängerfahrt

In Verdrängerfahrt verhält sich ein großvolumiges Foilboard wie ein normales Windsurfboard

Halbgleiten
Beim Windsurfen ist dies der Zustand, der zwischen Verdrängerfahrt und Gleitfahrt herrscht. Diese Fahrt an der Gleitgrenze lässt sich beim Windsurfen am Gurgeln und Rauschen des Wassers erkennen. Ein kräftiger Zug am Rigg und eine Belastungsänderung des Board lassen die Gleitschwelle überwinden. Sofort merkt man die Beschleunigung in Fahrtrichtung. Die Gleitfläche verkleinert sich dabei kontinuierlich.

Der Foil liftet das Board nach oben

Beim Halbgleiten beginnt der Tragflügel den Lift zu entwickeln, der dynamische Auftrieb hebt das Board aus dem Wasser

Beim Foilsurfen ist es etwas anders. Schon bei langsamer Fahrt lässt sich der dynamische Auftrieb des Foils durch eine Belastungsänderung des Boards aktivieren. Die Beschleunigung geschieht dann nicht nur in Fahrtrichtung, sondern auch vertikal. Das Board steigt auf und befindet sich sofort im Schwebezustand. Das Board wird also schneller frei, das Rauschen des Wassers verwandelt sich augenblicklich in ein leichtes Säuseln.

Hovern (Gleitfahrt)
Was beim Windsurfen das Gleiten ist, nennt man beim Foilsurfen Hovern: Das Board schwebt von den Tragflügeln angehoben ca. einen halben Meter über dem Wasser. Ermöglicht wird dies vom dynamischen Auftrieb der Tragflügel, die den Lift nach oben erzeugen.

Wasser ist ein relativ dichtes Medium, deshalb reichen die kleinen Wings des Foils aus, um schon bei langsamer Geschwindigkeit ausreichend dynamischen Auftrieb für das Aufsteigen des Boards zu liefern. Weil sich das Unterwasserschiff und ein Teil des Mastes nicht mehr im Wasser befinden, reduziert sich der Reibungswiderstand deutlich. Weiteres Beschleunigen ist möglich.

Hover in unterschiedlichen Höhen

Hier sieht man deutlich, welchen Spielraum die Länge des Mastes beim Hovern liefert

Der wichtigste Aspekt dabei ist die Balance, denn das Board soll mit möglichst konstanter Höhe über dem Wasser schweben. Der Anstellwinkel eines Foils lässt sich durch Belastung des Foilboards verändern.

Wird die Boardnase während der Fahrt angehoben, vergrößert sich auch der Winkel zwischen Tragflügel und Strömungsrichtung. Bei ausreichender Geschwindigkeit erzeugt der Foil mehr dynamischen Auftrieb und hebt das Board aus dem Wasser. Wird die Boardnase wieder gesenkt, gleitet auch der Tragflügel wieder tiefer unter Wasser.


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